Man weiß zwar noch nicht, ob es in den Fluten des ewigen Hochwassers verschwinden wird oder ob die Lagune endgültig versandet und Venedig bis zum Hals im Schlamm stehen wird; dass Venedig untergeht hingegen steht fest. Sowieso ist die Stadt schon lange nicht mehr, was sie mal war. Die Häuser verfallen, sind nass und unbewohnbar. Einheimische gibt es schon lange nicht mehr, nur noch Touristen und Touristenabzocker. Die Kanäle stinken alle. Und überhaupt, zu Ostern ist alles noch schlimmer als in der Hauptsaison…
So weit die gängigen Vorurteile der zahlreichen “Venedig-Kenner”, die uns von unserem Vorhaben abbringen wollten, eine Woche mitten in Venedig zu verbringen.
Unbeirrt sind wir trotzdem hingefahren und haben es keine Minute bereut. Wir bezogen eine Wohnung im vierten Stock eines Mietshauses in unmittelbarer Nähe des Arsenale. Hier haben schon vor hunderten von Jahren die Arbeiter der damals größten Werft der Welt gewohnt. Auch heute ist dieses Viertel weniger von Touristen als von Venezianern geprägt. Und so haben wir uns von der ersten Minute an richtig “einheimisch” gefühlt.
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